ISSN 0342-457X
Mit dieser Arbeit legen die Autoren ein eigenes Konzept für das Training von Kindern und Jugendlichen in der Sportart Tennis vor. Ihre Vermittlung des Tennisspiels weicht vom traditionellen, primär technikorientierten Weg ab und wird durch eine spielorientierte Praxis ersetzt, die das sportliche Niveau und die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt und sich daran orientiert. Hierbei distanzieren sich die Autoren von den Vermittlungsformen und -inhalten der Lehrpläne des Deutschen Tennis Bundes (DTB), in denen ein technikorientiertes Trainingskonzept verfolgt wird. Tennistraining muss aber mehr bieten als reine Technikvermittlung! Ein isoliertes Lehren und Lernen von Schlagtechniken kann aufgrund des fehlenden Bezuges zu realen Spielsituationen nicht erfolgreich sein und Unterschiede zwischen Trainerzuspiel und Spielwirklichkeit befördern kaum Lernerfolge. Da sich auch in der Tennisliteratur kaum Ansätze finden, die sich von dem technikorientierten Vermittlungsansatz absetzen, haben die Autoren aus ihrer eigenen Trainingspraxis heraus Formen eines spielerisch ablaufenden Tennisunterrichts entwickelt. Die resultierenden Erfahrungen aus anfänglichem Ausprobieren und Experimentieren, bis hin zu einem organisierten Trainingskonzept mit Kindern und Jugendlichen, werden in dem vorliegenden Band dargestellt. Die Autoren erläutern zunächst ihr Verständnis von Spielfähigkeit und Spielorientierung und zeigen den Stellenwert dieser Gesichtspunkte für das Training. Im Anschluss daran wird der Trainingsaufbau aus didaktischer Perspektive mit seinen verschiedenen Lern- und Handlungszielen dargelegt, die unter Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen entwickelt wurden. Darüber hinaus wird anhand methodischer Vorgehensweisen das Vermittlungskonzept der Autoren veranschaulicht, um anschließend eine direkte Verbindung der Zielsetzungen mit der Methodik vorzunehmen. Dieses wird u.a. durch ein praktisches Anfängerprogramm sowie durch die Vorstellung unterschiedlicher Spielformen und diesbezüglicher Erfahrungen aus der Trainingspraxis verdeutlicht. Dieser Praxisteil ist mit Grafiken so aufbereitet, das ein schneller Einstieg in die Arbeit auf dem Platz möglich ist.
Der Volleyballsport in seiner Gesamtheit ist ein lebendiges Gefüge. Eine stete Weiterentwicklung in den einzelnen Bereichen des Volleyballspiels und seinen Varianten ist nicht zu übersehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist Beach-Volleyball das Spiel, das die größte Entwicklung durchmacht. Vermehrtes Augenmerk im Spitzensportbereich, eine zunehmende Anhängerschaft im Freizeitbereich, ebenso wie die Einführung und Umsetzung im Schulbereich und in der Ausbildung an den Universitäten und Hochschulen bestätigen diese Tendenz. Sie spiegelt sich auch im 24. Symposium des Deutschen Volleyballverbandes (DVV) wider, bei dem Beach-Volleyball einen Schwerpunkt in der Vortragsreihe darstellte. Hierbei wurde Beach-Volleyball sowohl aus trainingsmethodischer Sicht des Jugend- und Leistungsbereiches, als auch aus psychologischer und medizinischer Sicht beleuchtet. Das Volleyball-Symposium des DVV ist ein alljährlicher wissenschaftlicher Kongress, der für Volleyball-Dozentinnen und -Dozenten der Universitäten und Hochschulen sowie für Volleyballtrainer ausgeschrieben ist und der vom Volleyballverband unterstützt und gefördert wird. 1998 wurde das Symposium in der hervorragend ausgestatteten Sportschule des Bayerischen Landessportverbandes und des Bayerischen Fußballverbandes in Oberhaching durchgeführt. Die Veranstaltung wurde von ca. 70 Teilnehmer/innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besucht eine Zahl, die die Bedeutung und Akzeptanz des DVV-Symposiums in der Fachwelt dokumentiert. In Theorie und Praxis wurden wieder neueste Untersuchungen, Erkenntnisse und Entwicklungen der verschiedensten Wissenschaftsbereiche behandelt. Folgende Themen und Schwerpunkte bildeten die Inhalte der Vorträge, Arbeitskreise und Diskussionen: Beach-Volleyball (mit Beiträgen von K. Steuer, H.-F. Voigt, K. Vetter, G. Hansen, P. Meyndt, G. Küßner), Training und Ausbildung (mit Beiträgen von O. Kortmann, M. Raab/R. Sonnenbichler, B. Fröhner/M. Masphuhl, E.-J. Hossner/M. Rinke, U. Schmidt u.a.) sowie Entwicklungen und Perspektiven (mit Beiträgen von B. Zimmermann und K. Helbig).
Aus der Praxis des Sich-Bewegens und des Bewegungslernens sind Phänomene bekannt, die als "Durchbruch" oder "Aha-Erlebnis" bezeichnet werden. Sie weisen in ihrer Entwicklung diskrete Sprünge auf und sind dabei nicht kausal auf äußere Einflüsse zurückführbar. Dafür steht der Begriff der Emergenz: Emergenz ist Prozess und Resultat des Hervorbringens einer neuen Qualität. Die wesentlichen Eigenschaften im Nachzustand eines Systems sind im Vorzustand nicht enthalten. Die genannten Phänomene und deren Erklärungsversuche auf der Grundlage von Emergenztheorien waren Thema des hier dokumentierten Workshops in Bremen. Als Einführung in das Thema werden in diesem Band zunächst die zentralen Kategorien von Emergenztheorien (Komplexität, Dynamik, "Rand des Chaos") in Form von Thesen aus verschiedenen wissenschaftstheoretischen Sichtweisen erörtert. Es folgen dann Beiträge, die das Emergenz-Konzept in vorhandenen theoretischen Ansätzen zur Erklärung und/oder Beschreibung des Sich-Bewegens und Bewegungslernens nachzeichnen und z.T. experimentell prüfen (Stefan Vogt, Karl-Heinz Leist, Wolfgang Schöllhorn, Lutz Müller, Monika Fikus, Thomas Schinauer). Beiträge, die Emergenzphänomene im Feld sportlicher Praxis beschreiben und erklären bzw. Sportpraxis vor dem Hintergrund von Emergenztheorien deuten (Hans-Gerd Artus, Oda Dombrowski, Hans-Georg Scherer, Klaus Miedzinski), beschließen den Band.
Bis in die 70er Jahre war es die Hauptaufgabe sportwissenschaftlicher Hochschuleinrichtungen, Sportlehrer für die öffentlichen Schulen auszubilden. Es galt als Qualitätsbeweis, wenn es gelang, das Studium berufsnah und praxisorientiert zu gestalten. Die starke Orientierung des Ausbildungssystems an den beruflichen Anforderungen des Schulsports verlor seine Grundlage, als klar wurde, dass der Bedarf an Sportlehrern auch langfristig nicht wesentlich wieder steigen würde. Der Fachbereich Sportwissenschaft an der Universität Hamburg hat darauf sehr früh reagiert und als eine der ersten Einrichtungen (nach dem traditionellen Diplomstudiengang an der Sporthochschule Köln) einen neuen Diplomstudiengang eingerichtet. Dabei war es natürlich nicht möglich, sich an klaren Berufsbildern auszurichten und ein praxisorientiertes Studium auf diese hin zu konzipieren. Man entschied sich deshalb, ein relativ offenes Studienangebot mit vielen Wahlmöglichkeiten zu entwickeln. Es setzte Schwerpunkte in drei Studienrichtungen, die auf mögliche gesellschaftliche Aufgabenbereiche des Sports verweisen: "Betrieb, Freizeit, Weiterbildung", "Behinderten- und Sozialarbeit" und "Medien und Journalismus". Diese sehr lockere Verbindung von Ausbildungssystem und Beschäftigungssystem steckte voller Unsicherheiten für Studierende und Lehrende. Viele Teile des praxisorientierten Studiums hatten deshalb den Charakter von Berufserkundungen. Für die Sportwissenschaft wurden mit diesen Studienrichtungen neue Gegenstandsfelder erschlossen und die Notwendigkeit und Chance interdisziplinärer Forschung verstärkt. Dieses hochschuldidaktische Experiment läuft nun fast fünfzehn Jahre. Es war also Zeit, sich nach einer Reihe punktueller Versuche um eine umfassende systematische Evaluation zu bemühen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Arbeit von Thomas Thiele und Jan-Peter Timmermann. Sie zeigt an, ob und in welcher Weise die gewählten Studienrichtungen Beschäftigungschancen eröffnen, welcher Berufsstatus dort erreichbar ist und welche Wege in den Arbeitsmarkt beschritten werden. Aufschlussreich ist auch, welche Wünsche die Absolventen bei Studienabschluss hatten, welche Beschäftigung(en) sie ausüben, inwieweit die Berufswünsche erfüllt wurden und welche persönlichen Perspektiven sie mit ihrer Tätigkeit verbinden. Für weitere Studienreformen bedeutsam sind auch die Frage nach der Bewährung der in Studium gewonnene Qualifikationen und nach der Funktion von Zusatzqualifikationen, die sich Studierende vor, während oder nach dem Studium aneignen. Die vorliegende Dokumentation der als Fragebogenerhebung konzipierten Evaluationsstudie (Rücklauf: 68,4%) ist sowohl interessant für andere Hochschuleinrichtungen als auch für hilfreich für Absolventen sportwissenschaftlicher Studiengänge für ihren Weg in den Arbeitsmarkt.
Die Zahl älterer Menschen in unserer Gesellschaft wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich wachsen. Hieraus ergeben sich neue Aufgaben für die Gesellschaft, aber auch für den älteren Menschen, der zu ermutigen ist, sich selbstverantwortlich für seine individuelle Gesundheit, Selbständigkeit und Autonomie gegenüber pflegerischer Abhängigkeit zu engagieren. Regelmäßig betriebener Sport kann dabei zur Bewegungssicherheit, zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Gesamtmotorik sowie zu mehr Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein beitragen.Es steht außer Frage, dass für die Bewältigung des Alltags mit seinen rapiden Veränderungen die Erhaltung körperlicher und geistiger Fitness sowie die Verfügbarkeit hinreichend entwickelter motorischer Fähigkeiten erforderlich sind. Da die für die Alltagsbewältigung bedeutsame motorische Lernfähigkeit im Alter erhalten bleibt, ist das Neu- und Umlernen von entsprechenden Fertigkeiten möglich.Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage der vorliegenden Konzeption: ein ganzheitliches Bewegungsangebot für Ältere zur Sicherung von situativer Handlungsfähigkeit und Handlungskompetenz. Im Gegensatz zu fähigkeits- oder fertigkeitsorientierten Vermittlungsmodellen, wie sie in vielen aktuellen Sportangebotsstrukturen im Fitness- und Gesundheitssport überwiegen, sind die Alltagssituationen Ausgangspunkt der Vermittlung. Denn im Alltagsleben entscheidet sich jeden Tag neu, ob jemand seine Beweglichkeit und damit seinen Bewegungs- und Lebensraum erhalten kann: Körperpflege, Einkaufen, Treppen steigen, Teilnahme am Straßenverkehr etc. sind täglich zu leistende Bewegungsaufgaben, die zu ihrer Bewältigung ständiger Stimulation bedürfen.Der Analyse funktioneller Anforderungen des Alltags an den Handelnden schließt sich die Identifizierung und Vermittlung (bewegungs-)problemlösender und funktionsübergreifender stabil-variabler Handlungsmuster an. Die Ausbildung dieser Muster wird spielerisch und sportartübergreifend durch vielseitige Bewegungsaufgaben ermöglicht und durch eine transferbegünstigende Methodik gewährleistet. Analog zum Wortschatz beim Sprechen soll so ein reichhaltiger »Bewegungsschatz« angelegt werden, der das Fundament für die Situationsangemessenheit unseres Handelns ist.Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte: In einem grundlagenorientierten Teil werden in Auseinandersetzung mit Bewegungsangeboten, die einseitig auf körperliche Fitness ausgerichtet sind, ganzheitliche bewegungsbezogene kompetenzfördernde Modelle beschrieben, die Qualitätsmerkmale und Anforderungskriterien für die Konzeption des Sportangebots liefern. Im konzeptionellen Teil werden unter Beleuchtung aktueller Modelle zum Bewegungslernen Begründungen für ein sportartübergreifendes Bewegungsangebot geliefert, das dazu geeignet ist, die Schlagfertigkeit, Handlungskreativität und Flexibilität in situativen Sportarten zu erhöhen. Ein vielseitig praxiserprobter Weg zum Erreichen dieses Ziels wird vorgestellt, wobei die Senioren durch spielerische Aufgaben »fit« für die funktionellen Anforderungen des Alltags gemacht werden sollen. Der praxisorientierte dritte Teil beinhaltet eine reichhaltig bebilderte Sammlung spielerischer Bewegungsaufgaben, die vielseitige Bewegungserfahrungen ermöglichen und gezielt zur Provokation von »problemlösenden« Handlungsmustern beitragen.